Zauberhafter Musikabend auf Schloss Sandersdorf
Was macht eigentlich den Zauber eines Sommerabends aus – zumal wenn Musik dabei eine Herzenssache ist? Eine Antwort darauf könnten die rund 170 Besucherinnen und Besucher geben, die am Samstagabend im Innenhof von Schloss Sandersdorf dieser Faszination erlegen sind.
Mit Streicher- und Holzbläserklängen zu Kompositionen aus vielfältigen Genres genossen sie das zeitlose Ambiente eines Renaissance-Schlosses. Samt Glockenschlag der Schlosskapelle und einer neugierig flatternden Fledermaus im tiefblauen Abendhimmel.
„Herzenssache – Musik zum Verweilen“
Authentischer, stimmiger und einzigartiger kann ein heiterer Musikabend wohl kaum sein. „Herzenssache – Musik zum Verweilen“ betitelten dann auch Hannelore Eichenseher und der Freundeskreis der Musik von Johann Simon Mayr als Organisatoren den Abend und das Programmheft. Für die Umsetzung des Inhalts hatten die Instrumentalisten des Symphonischen Projektorchesters Ingolstadt unter Leitung von Walter Kiesbauer auf der Bühne vor der beeindruckenden Schlossfassade Platz genommen. Natürlich standen Kompositionen von Johann Simon Mayr auf ihrer To-do-Liste, aber auch Noten von Johann Sebastian Bach bis Leonard Bernstein und eigene Werke von Kiesbauer. Der hatte nicht nur einige Kompositionen von Mayr für sein Orchester arrangiert und zauberhaft mit den Musikern in Klänge umgesetzt, er bewies sich zudem als heiter-amüsanter, smarter und wortgewandter Moderator. Selbst wenn ihm im schwungvollen Dirigat der Taktstock aus der Hand auf das Kopfsteinpflaster fiel, warf ihn das nicht aus seiner tief verankerten Souveränität. „Ich habe höchst subjektiv eine Musikauswahl getroffen – ich hoffe, es gefällt Ihnen“, meinte er und schürte von Beginn an die Neugier des Publikums.
Diese Neugier erfüllen durfte zudem die Sopranistin Yvonne Steiner in zwei Auftritten, in denen sie Mayrs „Feuer der Liebe“ aus seiner Oper „I Virtuosi“ mit glanzvoller Strahlkraft in der Stimme und das Kiesbauer-Lied „In Gedanken“ besang. Die erstaunlich gute Akustik im Schlosshof trug die Klänge in diesem „Epi-Zentrum des Simon-Mayrismus“ – wie Kiesbauer es nannte – ganz ohne elektronische Verstärkung ohne Einbußen bis in die letzten Reihen.
Der Schlossherr zeigt sich fasziniert
Selbst Schlossherr Horst Florian Jaeck war davon fasziniert. „Mich freut es genauso wie die Organisatoren und das Publikum, dass hier wieder Konzerte stattfinden. Unsere Versuche, die musikalischen Traditionen fortzuführen, würden weder Baron Thomas De Bassus noch Johann Simon Mayr missfallen. Da fühle ich mich im Einklang mit ihnen“, versicherte er im Gespräch mit unserer Zeitung.
Vize-Landrat Bernhard Sammiller (CSU) war ebenso ein faszinierter Zuhörer. „Ich finde es einen Glücksfall, dass der Schlossherr dieses Areal der Allgemeinheit zugänglich macht. An so einem lauen Sommerabend hier sein zu dürfen, ist eine Bereicherung. Wo sonst kann man so einen musikalischen Genuss in Verbindung mit dem Ambiente erleben?“, freute er sich.
„Mir gefällt dieser Hof wahnsinnig gut“
Auch Dirigent Kiesbauer genoss diesen Musikabend. „Mir gefällt dieser Hof wahnsinnig gut und wir würden gerne öfters hier was machen“, versicherte er. Das Publikum sah das genauso, denn zum Finale samt Zugabe wurden Sängerin und Musiker mit Standing Ovations und brausendem Applaus belohnt. „Es war uns ein großer Genuss in dieser traumhaften Atmosphäre“, versicherte der strahlende Kiesbauer.
Glücklich und zufrieden war in diesem Moment auch Hannelore Eichenseher. „Meine Unsicherheit des Anfangs hat sich jetzt in ein Gefühl der Leichtigkeit, Zufriedenheit und des Glücks gewandelt. Es haben viele Hände zusammengeholfen, dass das alles möglich war. Wir sprechen bereits über eine Fortsetzung, vielleicht gelingt uns das für das nächste Jahr. Solche Musik auf Schloss Sandersdorf zu erleben, ist ein besonderer Reiz“, unterstrich die engagierte Vorsitzende des Freundeskreises der Musik von Johann Simon Mayr.
Quelle: Donaukurier Webseite 01.07.2025 Lorenz Erl Foto: Lorenz Erl
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